Besinnung

Christi Himmelfahrt
Bildrechte Evang.-Luth. Kirchengemeinde Baiersdorf

Himmlisches Pferdegetrappel

Von wegen Weite und Leere da oben! Die hier auf dem Baiersdorfer Himmelfahrtsbild beisammen sind, schauen nicht träumerisch hinauf, nicht versonnen blinzelnd wie wir, wenn wir uns entspannt im himmlischen Blau verlieren.

Dramatisches ist zu sehen. Mit langem Finger deutet der Rechte hinauf, ungläubig hebt der Linke seinen Arm. Der grün Gewandete faltet die Hände anbetend, Marias rundes Gesicht scheint fast beglückt.

Aufgefahren in den Himmel.

Gerade noch zu sehen im Wolkenknäuel: die Füße.

Folgt man dem Fingerzeig des mittleren Jüngers nach unten: am Boden der letzte Fußabdruck.

Nicht zu Fuß, sondern auf feurigen Pferden biegt links oben ein Wagenlenker in den Himmel ein: Der Prophet Elia. Von dem weiß das zweite Königsbuch zu erzählen, dass er als einziger von Gott in den Himmel entrückt wurde (2. Kön. 2). So konnte seine Wiederkunft erwartet werden als Vorläufer des Kommenden, den Tag des Herrn vorzubereiten.

Da ist Bewegung zwischen Himmel und Erde, hinauf und hinab geht es.

In der Mitte des Bildes der rot Gewandete: Die Augen zum Himmel gerichtet, die Rechte zum Segen erhoben, die Linke als Fingerzeig auf die Fußspuren. So bleibt Verbindung, stellt sich der Kontakt von Neuem ein: den Himmel absuchend, den Fußspuren des Christus folgend, von ihm gesegnet.

Pfingstgebet aus der armenischen Liturgie:

O heiliger Geist, wahrer Gott!
Du bist auf die Apostel herabgekommen
Wie ein wunderbarer, fruchtbarer Regen von Feuer:
Gieße aus über uns die Gabe deiner Weisheit!

Amen.

 

Pfarrerin Christine Jahn