Besinnung

Weinrebe im Herbst
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Vom Liedermacher lernen

Seinen 75. Geburtstag feierte der Liedermacher Konstantin Wecker in diesem Jahr. Er ist bekannt als Kämpfer für den Frieden und steht für die Utopie einer besseren und gerechteren Welt. Manchmal sind seine Lieder laut, bisweilen radikal; aber auch die leisen Töne beherrscht er, wünscht sich derzeit einen Aufstand der Leisen, eine spirituelle Revolution.

Sein Lied vom Weinstock weist den Weg:

„Dem Weinstock werden die Reben
im Herbst so furchtbar schwer,
und um zu überleben,
gibt er sie einfach wieder her.“

Einfach wieder hergeben, was in unserem Leben gereift ist, das wäre es: die Kinder, wenn es Zeit ist; die Eltern, wenn es so weit ist, das Haus, in dem so viel Leben steckt.

Wir werden vermutlich etwas vom Wohlstand hergeben müssen, der uns liebe Gewohnheit wurde, aber eine „Frucht“ ist, die auch andere nähren soll.

Wir werden gewiss eines Tages, unser Leben hergeben, dankbar für alles, was reifen durfte, seine Zeit hatte und anderen zum Leben half.

„Das mag ich so an den Bäumen:
ihr Wissen um Sterben und Sucht.
Was sie sich im Frühjahr erträumen,
verteilen sie später als Frucht.“

Es den Bäumen gleich tun zu können, das wäre schon eine spirituelle Revolution.

Pfarrerin Christine Jahn