Gottesdienst am 9. Sonntag nach Trinitatis, 9. August 2020

Gebet

Gott, du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.
Keinem gabst du alles und keinem nichts. Jedem gabst du einen Teil.
Hilf uns, dass wir einander dienen mit dem, was du einem jeden gibst, zum Nutzen aller.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen



Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde,

wer zu jung ist, dem wird nichts zugetraut. Wer zu alt ist, dem wird nichts mehr zugetraut. Das ist ein echtes Dilemma. Auf dem Arbeitsmarkt werden Arbeitskräfte gesucht, die 25 Jahre alt sind, aber schon 40 Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Dass das nicht geht, das wissen wir, und doch scheint es, dass man, wenn man zu alt ist, einfach weg vom Fenster ist. Eine Stelle zu bekommen, wenn man ein gewisses Alter überschritten hat, das ist nicht ganz einfach. Und zu jung, das darf man auch nicht sein.

Und nun bekommt da einer einen Job angeboten, um den er sich nicht beworben hat. Dieser Kandidat ist ausgesucht von Gott, geradezu handverlesen ist er. Gott traut ihm zu, dass er das schaffen wird. Doch der Kandidat will kneifen. Nein, er kann und will das nicht. Er ist zu jung, zu unerfahren, auf ihn wird niemand hören. Doch Gott lässt nicht locker. Er beruft. Er ist beharrlich.

Hören wir vom Propheten Jeremia und seiner Berufung (Jer 1, 4-10):

4Und des Herrn Wort geschah zu mir:
5Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.
6Ich aber sprach: Ach, Herr Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.
7Der Herr sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr.
9Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 10Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

290. Orgelvesper am 16. August 2020

Festlich-Besinnliches von der Renaissance bis zur Neuzeit erwartet die Besucherinnen und Besucher in der 290. (Sommer-)Orgelvesper am 16. August 2020 um 19 Uhr in der St. Nikolauskirche.
Seien Sie gespannt auf ein sehr abwechslungsreiches Programm in unterschiedlichen Besetzungen mit teils eigens auf die verwendeten Instrumente abgestimmten Arrangements, welche Bernd Dehmel (Trompeten, „Piclo“-Alphorn, Percussion), Jutta Augustat (Saxophone, Gaita Gallega) und Matthias Ziegler (Orgel) miteinander erklingen lassen.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Pflege der Kirchenmusik wird gebeten.

Besinnung

52 Kurzurlaube


Prayer (CC BY-NC 2.0) by Wiedmaier

Bild: "Prayer" (CC BY-NC 2.0) by Wiedmaier

Corona stellt auch den Urlaub auf den Kopf und macht einen Strich durch manche Planung. Wir hören vom Einbruch der Tourismusindustrie, die 2019 Rekordzahlen verbucht hatte: Da leisteten sich die Deutschen 71 Millionen längere Reisen und etwa 92 Millionen Kurzurlaubsreisen und gaben dafür knapp 100 Milliarden Euro aus.
2020 heißt die Schlagzeile: „Urlaub dahoam: Suche nach Wegen aus dem Overtourism“. Wir lesen von Hotels, die schließen müssen, und von drohender Arbeitslosigkeit in Urlaubsregionen. Selbst aus dem heiligen Land kommen Hilferufe, weil der Ausfall des Tourismus katastrophale Folgen hat.

Reisen erhöht die Infektionsgefahr, Nichtreisen steigert die Armut. Der Wandel hin zu nachhaltigerem Reisen wird dauern. Was mich allerdings wundert, mit welcher Heftigkeit manche geradezu ein Recht auf Reisen einklagen, als sei es ein Grundrecht, heilig und unantastbar.

Ich habe den Eindruck, auf die Urlaubsreisen ist übertragen worden, was eigentlich zum Sonntag gehört: himmlische Erwartungen, traumhafte Perspektiven, Aufatmen und Auftanken, existentielle Erfahrungen, unantastbares Glück. Paradiesisch wirken die Fotos. So, wie eigentlich der Sonntag gedacht ist: ein Vorgeschmack des himmlischen Paradieses zu sein.

Der Feiertag ist zu heiligen, nicht die Urlaubsreise. Wenn wir das dritte Gebot wenigstens ernst nehmen würden, vom Erfüllen ganz zu schweigen, da hätten wir 52 Kurzurlaube für Leib und Seele, ganz ohne Milliarden auszugeben.

Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn.

Pfarrerin Christine Jahn


Gegen eine Kommerzialisierung des Sonntags wenden sich die evangelischen und katholischen Dekanate Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und Ansbach in ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 1. Juli 2020.

Gemeindeleben in Coronazeit III – vom Kirchenvorstand am 24. Juni beschlossen

Kurzfassung:

  • Kirchen sind zum Gebet geöffnet. Bitte halten Sie einen Mindestabstand von 1,5 m in alle Richtungen ein.
  • Beim Besuch der Gottesdienste nutzen Sie bitte die gekennzeichneten Plätze. Personen aus einem Haushalt können nebeneinander sitzen.
    Alle Besucherinnen und Besucher tragen eine Mund-Nase-Bedeckung beim Ein- und Ausgang, sowie beim Singen.
    Eingang in der St. Nikolauskirche über die Türen auf der Südseite; Ausgang über die Tür im Turm bzw. die Tür auf der Nordseite.
    Maximale Besucherzahl: St. Nikolaus: 29 bis 38 Personen im Kirchenschiff, 12 bis 22 Personen auf der Empore; Stockflethhaus: max. 33 Personen zzgl. Plätze im Freien (Abstandsregel!)
  • Bitte bringen Sie Ihre eigenen Gesangbücher mit!
  • Der pfarramtliche Geschäftsverkehr soll soweit wie möglich telefonisch oder per E-Mail geführt werden. Die Ansprechbarkeit für die Seelsorge bleibt uneingeschränkt gewahrt.
  • Für Veranstaltungen der Kirchengemeinde und die Bücherei gelten jeweils eigene Hygienekonzepte. Gemeindehaus und Stockflethhaus dürfen nur mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden.
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Baiersdorf  RSS abonnieren