Liebe Gemeinde,
„Das ist unfair! Warum hat Johannes ein eigenes Fest – mit Feuer und allem – und ich nicht?“ Diese Frage stellte mir die fünfjährige Sonja. Ich erklärte: Das Johannisfest erinnert an Johannes den Täufer. Ihre nächste Frage kam sofort: Wer ist das – und warum bekommt er ein Fest?
Eine gute Frage.
Johannes der Täufer ist eine besondere Gestalt. Er drängt sich nicht in den Mittelpunkt. Genau das macht ihn stark. Er sagt: „Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. … Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“
Johannes macht Platz. Für Gott. Für das Licht.
Er zeigt: Es geht nicht darum, sich wichtig zu machen. Es geht darum, den Blick auf Gott zu richten.
Das Johannisfest lädt mich ein, zu fragen:
Was soll in meinem Leben wachsen?
Und was darf kleiner werden?
Sorgen dürfen leiser werden.
Zuversicht darf wachsen.
Hoffnung. Licht.
Ich erlebe das, wenn ich den Blick wie Johannes auf Jesus richte. Wenn ich bete und abgebe, was mich belastet.
Johanni – eine Einladung zur Zuversicht
Unsere Friedhofskirche trägt den Namen Johannes des Täufers. Das ist für mich mehr als ein Name – es ist eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, immer wieder innezuhalten und mich neu auszurichten.
Ich freue mich sehr, dass wir mit „Johannes 24“ ein schönes Abendprojekt haben, das genau dazu einlädt: Immer am 24. eines Monats nehmen wir uns Zeit, um Gottes Perspektive Raum zu geben – mitten in unserem Alltag.
Ihre/Eure Pfarrerin
Mareike Rathje
