Liebe Gemeinde!
Ende September endet meine Dienstzeit. Ab Oktober bin ich im Ruhestand – noch ein wenig schwer vorstellbar, aber wahr. Neuneinhalb Jahre war ich dann Pfarrerin in Baiersdorf und kann am Ende nur „danke“ sagen:
Den Mitarbeitenden, die - ob beruflich oder ehrenamtlich - für mich Stütze und Anregung, Mitstreiter und Begleiter waren. Ob Pfarrbüro oder Kindergarten, Friedhof oder Orgelbank, ob mit Putzeimer oder Rasenmäher, Kirchenvorstand oder Ausschüssen: Wie oft habe ich gesagt: Es könnte nicht besser sein.
Danke denen, die für mich und meinen Dienst und überhaupt für die Kirchengemeinde gebetet haben! Denen, mit denen ich Gottesdienste feiern und Gott loben durfte. Denen, die mir freundlich die Tür öffneten, wenn ich sie besuchte. Denen, die mir Einblick in ihr Leben gewährten, bei Taufen, Trauungen oder Beerdigungen, und damit meinen Glauben mit formten und stärkten.
Den Jugendlichen, die nach der Konfirmation nicht Schluss machten, sondern sich weiter als Teamer engagierten. Den Konfirmanden und Konfirmandinnen, die eine Pfarrerin aus alter Schule ertrugen. Den Sängern und Sängerinnen, klein oder groß, die sonntags eben zur Stelle waren und ihr Bestes gaben. Den Musikern, die nicht nur Gottesdienste und Feste „verschönten“.
Danke für die, die mit mir in der Bibel lasen und ihr Verständnis ins Gespräch brachten, die bei „Zugespitzt“ über Fragen der Zeit nachdachten! Danke denen, die der Kirchengemeinde bei Kren- oder Adventsmarkt ein Gesicht gaben! Danke allen, die halfen, über die Corona-Zeit hinwegzukommen und denen, die das Reformationsjubiläum mitgestalteten! Den Kollegen und Kolleginnen, deren Gottesdienste ich einfach mitfeiern durfte. Danke denen, die Rat wussten auch in schwierigen Situationen, und denen, deren Kritik konstruktiv blieb!
Ja, nicht immer bin ich glücklich durch die Gegend gelaufen. Die Zeit für unsere Kirche ist schwierig. Nicht alle Konzepte, Abhilfe zu schaffen, leuchteten mir ein. Aber noch war der Pfarrberuf von großer Freiheit und Weite geprägt. Geleitet von dem Auftrag, Gottes Wort „im Schwange zu halten“, so dass es Menschen anspricht.
Nicht allen bin ich dabei gerecht geworden, dafür bitte ich um Verzeihung. Nicht alles ist gelungen und manches muss ich bestenfalls halbfertig übergeben. Irgendwann ist Schluss und bleibt es, wie es ist bzw. entwickelt es sich weiter, wie andere es steuern.
Mir war es eine Freude, im Schatten der Stadtpfarrkirche zu wohnen, von ihren Störchen beklappert, von ihrem Geläut geweckt zu werden und in so schönen Kirchen Dienst tun zu dürfen.
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103,1)
Ihnen allen wünsche ich von Herzen Gottes Segen und Geleit!
Gott befohlen!
Pfarrerin Christine Jahn
Verabschiedet wird Pfarrerin Jahn im Gottesdienst am 27. September, 14.00 Uhr, in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus.

