Brot für die Welt

Agrarhandel muss die ökologische Landwirtschaft stärken und das Klima schützen

Brot für die Welt ruft zur Großdemonstration zur Internationalen Grünen Woche in Berlin auf. Bei der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ am 18. Januar in Berlin werden Tausende Menschen für eine bäuerliche, agrarökologische und klimafreundliche Landwirtschaft auf die Straße gehen. Brot für die Welt gehört zu den Trägern des Bündnisses, das nun zum zehnten Mal zum Beginn der Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ zur Demonstration aufruft. Bei der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor (ab 12.00 Uhr) sprechen Vandana Shiva, indische Partnerin des evangelischen Hilfswerks und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, und Antonio Andrioli, Agrarprofessor und ehemaliger Stipendiat von Brot für die Welt aus Brasilien.

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit vielen Partnerorganisationen für eine Landwirtschaft und einen Agrarhandel ein, durch die ausreichend gesunde Lebensmittel produziert und fair gehandelt werden. Dabei stehen der nachhaltige Umgang mit Böden, Saatgut und Wasserressourcen sowie die Klimafreundlichkeit im Fokus. Dies leisten vor allem kleinbäuerliche Betriebe. Sie erzeugen den Großteil der Nahrungsmittel weltweit. Kleinbäuerliche Landwirtschaft steht jedoch in vielen Ländern unter Druck: Landgrabbing, Klimawandel, fehlende politische Unterstützung und unfaire Handelsbedingungen setzen ihr zu.

Brot für die Welt appelliert an die deutsche Bundesregierung, sich beim Treffen der Minister und Ministerinnen für Landwirtschaft vor der Grünen Woche in Berlin dafür einzusetzen, dass sich Entwicklungsländer vor bestehenden und zukünftigen Billigexporten der Industrieländer im Agrarsektor schützen können.

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, sagt: „Deutschland und die EU müssen in der Agrar- und der Agrarhandelspolitik endlich umsteuern. Im Zentrum der Politik darf nicht mehr stehen, mit möglichst niedrigen Preisen und großen Produktmengen die Märkte der Welt zu erobern. Vielmehr muss gerade die Agrarhandelspolitik Antworten auf die globale Krise des ländlichen Raums und der bäuerlichen Betriebe anbieten, anstatt sie weiter zu verschärfen. Auch auf die Klima- und Biodiversitätskrise muss mit einer stark veränderten Agrarhandelspolitik reagiert werden.“ Erster Schritt in diese Richtung ist ein Veto gegen das geplante Freihandelsabkommen Mercosur.

Hinweise für Redaktionen:

Die Demonstration am 18.1. beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor. Vor der Demonstration wird um 10:15 Uhr eine bäuerliche Protestnote an Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner übergeben (Internationale Agrarministerkonferenz, Werderscher Markt 1, Berlin-Mitte). Bei der Übergabe der Protestnote spricht auch Antonio Androli über die Konsequenzen des Mercosur-Abkommens für die bäuerliche Landwirtschaft in Brasilien. Aktuelles Bildmaterial gibt es am 18. Januar ab dem späten Nachmittag im Pressefotocenter unter www.brot-fuer-die-welt.de/presse/pressefotos/

Pressekontakt: Renate Vacker, Tel.: 030 65211 1833,
renate.vacker@brot-fuer-die-welt.de

Brot für die Welt bei der Internationalen Grünen Woche:

Global Forum for Food and Agriculture (GFFA)

Donnerstag, 16. Januar 2020, 16:00 – 17:30 Uhr Ort: CityCube Berlin, Ebene 3, Raum M6–M7 Brot für die Welt richtet das Fachpodium aus: „Soja aus Brasilien, Hähnchenreste nach Afrika – welche Nachhaltigkeits- und Schutzregeln brauchen multi- und bilaterale Handelsvereinbarungen mit Entwicklungsländern?“ Es sprechen Karin Ulmer, Act Alliance Europe, Ken Ukaoka, Nigeria, Yvonne Takang, Kamerun, Francisco Mari, Brot für die Welt, und Prof. Antonio Andrioli, Brasilien. https://www.gffa-berlin.de/programmuebersicht-gffa-2020/fachpodien/fachpodium-4-2020/

Freitag 17. Januar 2020, 17.00 – 19.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Podiumsdiskussion Agrarökologie – eine andere Landwirtschaft ist möglich

Veranstalter: Brot für die Welt, Heinrich Böll Stiftung, Inkota Netzwerk, Misereor, Oxfam Vortrag von Vandana Shiva und Diskussion mit Gästen aus Kenia, Brasilien, Indien und Deutschland über die Chancen für eine starke agrarökologische Bewegung In ihrem Buch „Eine andere Welt ist möglich – Aufruf zum zivilen Ungehorsam“ geht die Physikerin, Umweltaktivistin und Brot-für-die-Welt-Partnerin Vandana Shiva der Frage nach, was passieren muss, damit die agrarökologische Bewegung an Kraft gewinnt und wie sich die Gesellschaft einmischen kann, um Strukturen in der Landwirtschaft zu ändern.

Samstag, 18. Januar 2020
Ab 8:00 Uhr Traktoren-Demo zur Agrarministerkonferenz (Werderscher Markt 1, Berlin-Mitte) Ab 10:15 Uhr Übergabe der bäuerlichen Protestnote beim Auswärtigen Amt an Bundesministerin Klöckner, hier wird Antonio Androli über die Konsequenzen des Mercosur-Abkommens für die bäuerliche Landwirtschaft in Brasilien sprechen.

Ab 12 Uhr Auftakt zur Großdemonstration „Agrarwende anpacken, Klima schützen!“ am Brandenburger Tor in Berlin. Ab 12:30 Uhr Start des Demonstrationszugs. Bei der Auftaktkundgebung vor dem Brandenburger Tor ab 12:00 Uhr werden Vandana Shiva und Antonio Andrioli sprechen. https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/programm/

Freitag, 17. Januar bis Sonntag, 26. Januar 2020
Gemeinschaftsstand Eine Welt ohne Hunger ist möglich: Messegelände Berlin, Halle 1.2b, Stand Nr. 215 (geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, am 24. Januar bis 20 Uhr, Anreise S-Bahn Messe Süd) Brot für die Welt präsentiert das Thema „Es ist höchste Zeit zu handeln. Und zwar fair“ mit einem Fair Trade-Parcours. Besucherinnen und –besucher können am Stand Lose ziehen, sich durch einen Fragendschungel kämpfen und erhalten am Ende einen kleinen Gewinn aus Fairem Handel.

Brot statt Böller: Freude teilen an Silvester

Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. „Es gibt viele gute Gründe, an Silvester auf Böller und Feuerwerk zu verzichten“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, „von Feinstaubbelastung, über Verletzungsgefahr, Gefahr für Tiere bis hin zu Stress für alte und kranke Menschen. Vor allem aber ist es an der Zeit, von unserem verschwenderischen Umgang mit kostbaren Ressourcen wegzukommen.“

Ein Blick in Nachbarländer, wo es in den Kommunen nur je ein großes gemeinschaftliches Feuerwerk gibt, könne nachdenklich machen. Füllkrug-Weitzel: „Es ist Zeit, umzudenken und Freude und Glück nicht mit unbegrenztem Konsum gleichzusetzen. Glücksforscher sind sich schon lange einig: Gemeinschaft und Teilen sind wesentliche Glücksfaktoren, denn sie vermehren Hoffnung und Chancen – bei mir selbst und anderen. Freude erleben und teilen ist ein schöner Wunsch am Jahreswechsel. Tun Sie es, indem Sie statt Geld für Feuerwerk auszugeben für Menschen in Not spenden.“

Im vergangenen Jahr wurden allein in Deutschland Feuerwerk und Böller für 133 Millionen Euro verkauft.

Die Aktion „Brot statt Böller“ gibt es seit 1981. In diesem Jahr sammelte die evangelische Kirchengemeinde Bargteheide (Schleswig-Holstein) erstmals unter diesem Motto Spenden zugunsten von Brot für die Welt.

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Selbsthilfe- und Lobbyprojekte in mehr als 90 Ländern weltweit. Im Zentrum stehen die Überwindung von Hunger und Armut, Klimagerechtigkeit sowie die Wahrung der Menschenrechte.

Spenden unter

Pressekontakt:
Renate Vacker, renate.vacker@brot-fuer-die-welt.de
Tel.: 030 652111833 oder 0174 3020158