Die Not der Flüchtlinge bleibt

Barbara Hertel-Ruf, 26. März 2020

Junge am Stacheldraht

Ich bin beeindruckt, wieviel Phantasie und Kreativität diese Krise freisetzt, wie viele Initiativen es gibt, gut durch diese Zeit zu kommen.

Was mich erschreckt und hilflos macht ist die Beobachtung, dass wir so sehr mit uns selbst beschäftigt sind, dass wir die aus den Augen verlieren, denen es noch viel schlechter geht als uns:

die Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze und in den Lagern auf den griechischen Inseln. Waren sie und ihre Not, bevor Corona bei uns Fuß gefasst hat, tägliches Thema in den Nachrichten, hört und sieht man jetzt nichts mehr davon, auch im Internet muss man erst danach suchen. Auch die Politik, die vorbildlich auf die Krise reagiert, scheint dieses Thema ad acta gelegt zu haben.

Deshalb möchte ich zumindest unseren Landesbischof unterstützen, der sich nach wie vor dafür einsetzt, dass zumindest Kinder da herausgeholt werden. Illa Kuch und ich haben ihm einen offenen Brief geschrieben, in dem wir das zum Ausdruck bringen. Ich wünsche mir einfach, dass auch die Stimmen gehört werden, die das unterstützen wollen.