Christrosen

Elmar Hüsam, 27. März 2020

Christrosen

Wir, meine Frau und ich, haben am letzten Sonntag, nur zu zweit, einen kleinen Ausflug gewagt. Wir haben den Christrosenwald bei Hohenstadt östlich von Hersbruck besucht. Im Waldhang oberhalb von Hohenstadt blühen dort auf einer Fläche von etwa 50 mal 200 Metern Tausende von Christrosen (oder, weil sie so spät blühen, heißen sie eigentlich Lenzrosen) in weiß, rosa bis dunkelrot oder gefleckt. Wir waren zum zweiten Mal dort, aber es ist jedes mal wieder faszinierend, diese Blumenpracht im Gestrüpp eines Waldes zu sehen. Dazwischen und darunter blühen außerdem viele rot-weiße Lerchensporn, Leberblümchen in blau und weiß und kräftige Polster von dunkel-violetten Veilchen. Zwischen all den vielen Blumen führt ein schmaler Pfad über Stock und Stein den Waldhang hinunter.

Christrosen

Was für ein Weg an einem friedlichen Sonntagnachmittag in Corona-Zeiten! In Gedanken waren wir hin- und hergezogen zwischen der Vorsicht, möglichst niemandem zu nahe zu kommen und dem Erfülltsein vom Blütenwunder im Kreuz und Quer des Unterholzes. Ein Weg, der zum Nachdenken einlädt. Nicht ganz leicht zu finden und zu gehen und dann doch so voller kleiner und größerer Wunder.