An Gott glauben heißt für mich Gott zu vertrauen

Katja Klein, 11. April 2020

Vertrauen

Eine kleine Geschichte aus dem Alltag

Bei der Vorbereitung unserer Kindergottesdienste in der Gemeinde geht es immer wieder um die Frage: „Wie können wir die Liebe Gottes den Kindern näher bringen“?

Wenn mich meine kleine sechsjährige Elisa fragt, was „an Gott glauben“ bedeutet, sage ich ihr: „Glauben heißt für mich: Gott zu vertrauen“.

Dieses Gottvertrauen durften wir Anfang April 2020 bei einer Operation in der HNO-Klinik selber erfahren. Unsere kleine Elisa wurde schon an den Ohren operiert, hat aber immer noch Probleme beim Hören. Eine seit langem geplante Operation sollte in der Woche vor den Osterferien stattfinden und ihre Hörprobleme verbessern. Wir sind davon ausgegangen, dass die Operation aufgrund der derzeitigen Corona-Situation verschoben wird. Doch der Eingriff hat wie geplant stattgefunden. Wir machten uns in der Familie große Sorgen um Elisas Ohren, denn es war im Vorfeld auch von Prothesen für die Gehörknöchelchen die Rede.

Elisa hat natürlich bemerkt, dass durch ihre Einschränkungen und unsere Unsicherheit etwas Größeres bevorsteht. Sollten wir die Operation jetzt überhaupt durchführen lassen? Wie wird der Eingriff verlaufen?

Um unsere Tochter und uns selber zu beruhigen, haben wir uns immer Mut zugesprochen und gesagt: An Gott glauben, heißt Gott zu vertrauen. Dieses kindliche Vertrauen hat Elisa vor, während und nach der Operation begleitet. Liebe Menschen haben sich innerhalb und außerhalb der Klinik um sie gekümmert und auch für sie gebetet.

Gott war Elisa ganz nah. Prothesen für das Ohr waren Gott sei Dank nicht notwendig und wir konnten die Klinik nach drei Tagen schneller verlassen als geplant. Die Hörtests nach der Operation zeigen erfreulicherweise ganz normale Werte.

Dieses kindliche Gottvertrauen wünsche ich mir auch für meinen Glauben in schwierigen Zeiten.