Die Eingangsformel

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

Von Anfang an soll klar sein, was Sache ist, wer im Gottesdienst das Sagen hat, wer hinter diesem Unternehmen steht: Nicht die Kirchengemeinde, nicht der Pfarrer lädt ein, sondern Gott persönlich.

Durch diesen aufschlussreichen Vor-Satz, diese himmlische Ouvertüre, wird das kurzatmige, oft so aufgeregte Menschenleben in einen großen Horizont gestellt und mit etwas atemberaubend Anderem in Verbindung gebracht. Die Gottesdienstteilnehmer bekommen es mit drei Facetten des unbegreiflichen Gottes zu tun: mit dem Schöpfer, der sich diese Welt und alles Leben wunderbar ausgedacht hat, mit Jesus, durch den sich Gott in ein menschliches Leben mit all seinen Höhen und Tiefen eingefühlt hat und mit dem Heiligen Geist, durch den sich Gott jederzeit erfahrbar machen und alles Verworrene und Unvollkommene zu einem guten Ende bringen will.

Durch den Gottesdienst möchte der dreieinige Gott den Anwesenden auf besondere Weise begegnen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Nach Martin Luther ist Gottesdienst nichts anderes, „als dass unser Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort. Und wir umgekehrt mit ihm reden durch unser Gebet und Lobgesang.“

Nicht Menschen tun Gott einen Gefallen, wenn sie zum Gottesdienst kommen. Vielmehr möchte Gott seinen Gästen, gerade weil bei ihnen so manches im Argen liegt, sein Wohlgefallen erfahren lassen, dass sie sich als geliebte, geschätzte Menschen erfahren und ihr Leben mit neuen Augen sehen können. Durch den Gottesdienst möchte Gott Menschen dienen.

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