Coronakrise als Chance verstehen

Günter Grasser, 3. April 2020

Kirchendach mit Störchen

Zwangsläufig erfahren wir jetzt durch die Ausgangssperre, wo wir in unseren Freiheiten eingeschränkt werden. Doch wir dürfen auch neue Erfahrungen machen.

Für mich heißt das, vieles auf später verschieben, manches muss ganz ausfallen. So erfahre ich zwangsläufig Entschleunigung. Die Prioritäten müssen anders gesetzt werden, in der Familie und im Freundeskreis. Wir können immerhin noch untereinander Kontakt halten und darüber sind wir sehr froh und dankbar.

Aber es ist auch eine Chance, in und nach der Krise unsere bisherigen Werte zu überdenken und neu zu definieren. Maßnahmen, die jetzt notwendig und erforderlich sind, sollten auch in Zukunft für den Erhalt der Schöpfung umgesetzt werden. Damit wir künftigen Generationen und unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.

Ich hoffe, die Chance dieser erzwungenen Auszeit gibt mir eine neue Sichtweise auf das Leben. In der Bibel wird von vielen solchen Zeiten erzählt an denen sich Menschen zurückgezogen haben, oft freiwillig, aber auch gezwungenermaßen, wie z.B. Noah. Gewissermaßen befanden sich er und seine Familie auch unter einer Ausgangssperre. Doch auch hier gibt es ein Leben nach der Sintflut.

Der Regenbogen ist deshalb für mich ein Hoffnungszeichen für einen Neuanfang und die Zusage Gottes:

Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1 Mose 8, 21-22)

Oder nach Martin Luther: pflanzen wir nach der Krise, ein Jeder sein „Apfelbäumchen“!