Besinnung

Liebe Gemeinde,

GeschenkWeihnachten steht vor der Tür und ich frag ein Kind: Sag mal, was wünscht du dir dieses Jahr?

Und Wünsche gibt es viele. Ob alle erfüllt werden müssen? Sicher nicht. Aber es ist doch schön, zu schenken und beschenkt zu werden. Aber es kann durchaus auch anstrengend sein.

Immer vor Weihnachten bricht der Geschenkewahnsinn aus. Jeder rennt und sucht noch das passende Geschenk für die Frau, den Mann, das Kind, die Schwiegermutter, die Kollegin, den Postmann, die Chefin, den Nachbarn, … Und wenn dann endlich alle Geschenke beieinander sind, dann stellt man fest: Puh, wieder einen vergessen, an eine nicht gedacht. Also nochmal los, etwas besorgen. Das kann einem regelrecht auf die Nerven gehen. Da ist nichts von der besinnlichen Zeit zu spüren. Nichts von der Ruhe und Vorbereitung auf das Fest, an dem Gott Mensch wird und sich uns Menschen auf eine Weise nähert, die wir nie für möglich gehalten hätten. Gott kommt und wird Mensch! Was für ein großartiges Geschenk. Das ist doch das Eigentliche an Weihnachten, nicht das, was wir uns schenken, nicht der Christbaum, nicht das gute Essen.

Die Umstände der Geburt, wie sie Lukas in seinem Evangelium beschreibt sind armselig, für eine Gottes Geburt wahrhaft schäbig. Es zählt auch nicht wo der Heiland geboren wird, sondern wichtig ist allein, dass er geboren wird.

Weil das so ist, könnten doch auch mal die Geschenke kleiner ausfallen, oder? Wir haben doch in der Regel schon genug. Die Kinderzimmer quellen über von Spielsachen, die Kleiderschränke platzen aus allen Nähten.

Vielleicht sollten wir uns mal anders beschenken: Mit Zeit, mit guten Worten, mit Aufmerksamkeit. Vielleicht sollten wir uns mehr schenken, was man nicht anfassen kann, aber das unser Leben lebenswert macht: einen Spaziergang miteinander, gemeinsames Kochen in der Familie, einen Spieleabend mit Freunden, einen gemeinsamen Kinobesuch, eine Runde Kuscheln auf dem Sofa, ein Buch gemeinsam lesen, Lieder singen mit der Familie. Zeit füreinander zu haben, das ist ein wunderbares Geschenk, nicht mit Gold aufzuwiegen.

Vielleicht möchten Sie auch unsere Kirchengemeinde beschenken? Das können Sie auf vielfältige Art und Weise: mit Ihrer Zeit, Ihrem Gebet, Ihrem Einsatz an vielen Stellen, Ihrer Spende, Ihrem Wohlwollen.

Wir würden uns darüber freuen, wenn Sie mit all Ihren Talenten und Gaben unsere Kirchengemeinde bereichern. Lassen Sie sich sehen, bringen Sie sich ein. Schenken Sie uns von sich ein wenig, damit wir alle spüren: Gott wurde Mensch unter Menschen. Gott wendet sich uns zu  in anderen Menschen. Er schenkt uns nicht nur seinen Sohn für diese Welt, sondern Gott schenkt uns die Mitmenschen an unserer Seite. Gott wird Mensch, damit auch wir Menschen sind.

Ihre
Pfarrerin Christiane Börstinghaus

 

 

 

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