Besinnung

Dortmund Kommunikation Brockmeier Wir müssen reden. Nicht übereinander, sondern miteinander. Die, die vorneweg sind, die Entwicklungen vorantreiben, die, die sich kaum mehr auskennen, die, die versuchen mitzukommen, und die, die eher kritisch sind. Wohl jeder spürt: Wir leben in Zeiten mit rasanten Veränderungen.

Eine Frage unserer Zeit wollen wir in diesem Jahr aufgreifen, die Digitalisierung. Manche sprechen einfach vom „Digitalen Wandel“, andere sogar von der „Digitalen Revolution“. Damit drücken sie aus, wie weitreichend die Veränderungen sein werden bzw. schon sind.

Der Umbruch, der seit dem Ende des 20. Jahrhunderts durch Computer und Digitaltechnik ausgelöst ist, betrifft nahezu alle Lebensbereiche und wird mit der industriellen Revolution vor 200 Jahren verglichen. Welche Rolle wird das autonome Fahren spielen und wie gehen wir mit der ethischen Frage um, wenn ein Algorithmus schuld an einem Unfall ist? Wie manipulierbar werden wir durch sogenannte „Fake News“ sein, die täuschend echt daherkommen? Wie kontrollierbar werden wir durch die Datenberge, die wir im Netz hinterlassen? Umgekehrt, wie segensreich sind Computer jetzt schon im Gesundheitswesen, in der Diagnostik, im Operationssaal? Oder die strittige Frage, welche Rolle spielt der „Digitalpakt“ für die Schulen?

Wir sind gefragt nach unserer Meinung. Dazu brauchen wir Informationen und Gespräch, also Orte wo wir uns austauschen können.

Als Kirchengemeinde nehmen wir uns der Zeitfragen an, weil es unsere Aufgabe ist, Menschen über Differenzen hinweg zusammenzubringen. Uns ging Streitkultur verloren, öffentliche Plattformen, auf denen wir andere Einschätzungen hören, unsere Meinung verständlich formulieren, abwägen, analysieren und Widerspruch zulassen, um dann die Zukunft auch aktiv mitzugestalten. „Suchet der Stadt Bestes“, sagt mal der Prophet Jeremia zu seinen Zeitgenossen. Wir könnten auch sagen: „Suchet der Zeit Bestes!“

Vom Kirchenvorstand ausgehend hat ein Arbeitskreis sich nun vorgenommen, jeweils ein großes Thema, eine der Zeitfragen aufzugreifen. Weil die Themen so komplex sind, wollen wir sie in verschiedener Art angehen, mal als Vortrag mit anschließendem Gespräch, mal als Podiumsdiskussion, mal durch gemeinsames Lesen eines Fachbuches, mal als Exkursion. Ein Flyer, den Sie im Pfarramt erhalten können, und die Übersicht weiter unten informiert über die Termine.

Wir freuen uns auf rege Beteiligung und lebhaften Austausch.

Pfarrerin Christine Jahn

Foto: Arnoldius [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons