9. Das Glaubensbekenntnis

Menschen glauben mehr, als sie denken! - Jeder glaubt etwas, etwa wenn er auf jemanden oder etwas vertraut, sich auf etwas verlässt, was ihm Halt und Sinn gibt. So kann man an den Fortschritt glauben, an die Wissenschaft oder an den 1. FC Nürnberg.

In einer freien Gesellschaft kann jeder glauben, was er will. Die Frage ist, wie tragfähig und verlässlich das ist, woran einer glaubt und ob ihm das gut tut. Man kann nämlich auch an etwas glauben, was einem schadet. Christen glauben, dass Menschen Gott gut tut. Und sie gehen davon aus, dass Gott nicht ohne Jesus Christus gedacht werden kann. Das apostolische Glaubensbekenntnis hält fest: Christen glauben durch Christus an einen allzeit gegenwärtigen Gott, an den Urgrund und Schöpfer allen Lebens, der sich die Welt mit ihrer faszinierenden Vielfalt ausgedacht hat; an einen Gott, dem nichts Menschliches fremd ist, der in der Lebensgeschichte Jesu ein irdisches Leben durchlebt und durchlitten hat, um hautnah bei Menschen zu sein und sie vor dem Verlieren und Vergehen zu retten; an Gott, der überall und jederzeit erfahrbar ist und alles Verworrene und Unvollkommene zu einem guten Ende führen kann und will durch seinen Geist.

Christlicher Glaube ist freiwillig, aber nicht beliebig. Wenn eine der drei Facetten Gottes ausgeblendet wird, wird Glaube entweder weltlos oder lieblos oder geistlos. Gleichwohl ist das Glaubensbekenntnis kein Gefängnis, in dem Menschen dogmatisch gefangen gehalten werden sollen. Man muss nicht immer mit allem etwas anfangen können. Dieses Bekenntnis ist als Orientierungshilfe gedacht. Es gleicht eher einer Kathedrale. Man kann darin umhergehen und je nach Standpunkt und Lebensphase Entdeckungen machen, die den eigenen Glauben erweitern.

Bewundernswert, wie Fußball-Anhänger sich zu ihrem Verein bekennen, wenn sie mit Trikot, Schal und Fahne an gegnerischen Fans vorbeimarschieren. Sie lassen sich ihr Bekenntnis mehr kosten als mancher, der das Glaubensbekenntnis im Gottesdienst mechanisch runterbetet. Beeindruckend, wenn ein Christ im Alltag seinen Glauben nicht versteckt, sondern ihn unaufdringlich aufleuchten lässt.

verfasst von: