3. Der Ort des Gottesdienstes

Die Sehnsucht ist uralt und fest in uns verankert: Einen Ort zu haben, an dem wir Gott nahe sein können, an dem wir Gottesdienst feiern. So wurden Berge zu Heiligen Bergen, Tempel wurden errichtet und prächtig geschmückt und bis heute werden Kirchen und Gemeinderäume geplant und gebaut. Unser Glaube braucht nicht nur eine Gottesvorstellung, nicht nur Zusammenkünfte und Veranstaltungen – er braucht auch einen Ort, der in besonderer Weise der Gegenwart Gottes vorbehalten ist.
Deshalb machen wir uns an dieser Stelle nicht nur über den Gottesdienst selbst Gedanken, seine Form und seine Elemente, sondern auch über den Ort, an dem er – in der Regel – stattfindet:
Die Kirche. Oder das Gemeindezentrum. Oder…

Schon da wird deutlich: Es gibt ihn nicht: den einen Ort für alle, den typischen Kirchenraum. Allein in unserer Gemeinde haben wir drei Kirchengebäude (St. Nikolaus, St. Johannis, Stockflethhaus). In allen wird Gottesdienst gefeiert, erleben Menschen Gemeinschaft, suchen Stille, erfahren die Nähe Gottes.
Was hilft ihnen dabei? Und: was ist unseren verschiedenen gottesdienstlichen Räumen gemeinsam?

  • Die eindeutige Ausrichtung auf Jesus Christus, auf sein Kreuz. Er ist es, der uns darin willkommen heißt, uns einlädt zum Gebet, zur Stille, zur Feier, zur Gemeinschaft an seinem Tisch.
  • Der Altar, an dem wir Abendmahl feiern, der uns sichtbar vor Augen stellt: wir werden erwartet und sind willkommen.
  • Kanzel oder Ambo – hier wird Gottes Wort in unsere Zeit hineingesprochen.
  • Taufstein oder Taufschale erinnern an unsere Zugehörigkeit zur Gemeinde
  • und eine Orgel, die uns hilft, mit unserem Gesang Gott zu loben.

All das soll und kann uns zur Begegnung mit Gott führen, die aber auch an jedem anderen Ort stattfinden kann, denn Gott ist für uns nicht zu fassen. Schon Salomo wusste: „… sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?“ (1.Könige 8,27).

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