2. Gottesdienst als Unterbrechung des Alltags

„Have a break, have a Kitcat“ – die Werbung weiß: Menschen brauchen immer wieder eine Unterbrechung, eine Pause, um Kraft zu schöpfen: „Have a break!“

Außer Kitcat kann da ein auch kurzer Mittagsschlaf helfen, eine bewusst eingenommene Mahlzeit, ein Spaziergang. Sonst freuen wir uns auf größere Unterbrechungen: auf das Wochenende, auf Feiertage, auf den Urlaub, um mit anderen Schönes zu erleben. Aber es ist nicht leicht, Abstand zu gewinnen von dem, was einen beschäftigt und umtreibt und oft nicht ruhen lässt. Manchmal kann man einfach nicht aufhören - zu arbeiten, zu konsumieren, zu hetzen oder zu jammern. Nicht selten setzen Menschen im Nichtalltäglichen den Alltag mit anderen Mitteln fort. Sie verfallen in Freizeitstress.

Eine hervorragende Möglichkeit, das normale Leben zu unterbrechen, ist der Gottesdienst. Er will dazu helfen, das Leben mit neuen Augen zu sehen. Indem Menschen sich hier gemeinsam eines Größeren vergewissern und „Gottes Angesicht über sich leuchten“ und Worte sagen lassen, die sie sich nicht selber sagen können, haben sie gute Chancen, loszukommen von der Beschäftigung mit sich selbst. Sie dürfen ihr Scheitern, ihre Sorgen und Ängste in gute Hände legen und sie dort begrenzt, aufgehoben und mitgetragen wissen. Was für eine Wohltat, von sich entlastet zu werden, sich selbst nicht zu wichtig nehmen zu müssen! So werden Größenordnungen zurechtgerückt wie es in dem Vers heißt: „Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine.“ Man kann neue, wegweisende Anstöße erhalten und auf gute Gedanken kommen. Man kann neu entdecken, dass das Leben ein großartiges Geschenk ist. So kann man wirklich aufatmen und zu sich selbst kommen.

Gottesdienst als Tank- und Dankstelle, die dem Leben gut tut: „Have a break, enjoy God!“ – „Lass dich unterbrechen, genieße Gott!“

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