12. Der Segen

Laut Umfragen gehört der Segen zu den eindrücklichsten Elementen des Gottesdienstes. Hinter dieser Wertschätzung  steckt wohl die Sehnsucht, dass Leben gelingen möge angesichts der Erfahrung, dass so vieles unverfügbar und unberechenbar ist. So kann man sich manchmal anstrengen und es noch so gut meinen. Aber es gibt keine Garantie, dass etwas Gutes dabei herauskommt.

Segen bewirkt freilich nicht unbedingt Erfolg. Gesegnet sein bedeutet keinesfalls, dass alles glatt geht, oder dass einem nichts Schlimmes zustoßen kann. Mit gutem Grund segnen wir mit dem Zeichen des Kreuzes. Damit soll deutlich werden: Wer sich an den Gott hält, der mit einem Gekreuzigten gemeinsame Sache gemacht hat, wird vor Schwerem nicht bewahrt. Aber er darf wissen: Selbst im Scheitern gibt es noch lebenswerte Zukunft. Kein Versagen, kein Schicksalsschlag – nichts muss mich von der Quelle des Lebens trennen! 

Segen ist keine Zauberei, funktioniert nicht automatisch. Segen, will geglaubt und empfangen werden. Segen ist Vertrauenssache. Am eindrücklichsten ist es, wenn einer einem zärtlich die Hand auf den Kopf legt, um anzudeuten: „So liebevoll berührt dich Gott. Du bist von höchster Stelle aus beachtet und geschätzt. Du bist nie und nimmer dir selbst überlassen. Du bist wunderbar geborgen. Du kannst dem Leben trauen, auch dann, wenn es mal dunkel und kalt wird.“

So persönlich Segen ist, er zielt auf Gemeinschaft. Mit das Schönste, was man von einem Menschen sagen kann, ist wohl: „Er war für andere ein Segen. Er hat seine Mitmenschen nicht für sich benutzt. Er hat sie bereichert.“ Am Anfang der Bibel heißt es: „Gott spricht: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“

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